Lidl verteilt seine Prospekte nicht selbst, sondern beauftragt regionale Verteildienste und Zustellorganisationen damit. Welche Firmen das im Einzelnen sind, veröffentlicht Lidl nicht, und es unterscheidet sich von Region zu Region.
Häufig handelt es sich um Dienstleister, die an Zeitungsverlage angebunden sind und ohnehin schon Briefkästen in ihrem Gebiet bedienen. Zugestellt wird meist gegen Ende der Woche, für die Angebotswoche, die danach beginnt.
Bezahlt wird oft nach Stückzahl, gearbeitet wird häufig von Minijobbern oder Schülern. Wer keinen Prospekt bekommt, hat kaum eine Handhabe, kann sich aber an die Filiale wenden.
- Verteilerregionale Zustelldienste im Auftrag von Lidl, keine öffentlich benannten Firmen
- Zeitpunktmeist gegen Ende der Woche für die kommende Angebotswoche
- Bezahlungoft nach Stückzahl, Mindestlohn nach § 1 MiLoG gilt trotzdem
- Anspruchkeinen Rechtsanspruch auf Zustellung, nur Kontakt zur Filiale möglich
- AlternativeProspekte online auf lidl.de und in der Lidl Plus App
Wer steckt die Lidl-Prospekte ein
Lidl betreibt keine eigene Zustellorganisation für Prospekte. Beauftragt werden externe Verteildienste, die auf die Zustellung von Werbematerial spezialisiert sind. Ein Teil davon ist an regionale Zeitungsverlage angebunden, die dieselben Zustellwege bereits für Tageszeitungen und Anzeigenblätter nutzen.
Welche konkreten Unternehmen für welche Region zuständig sind, macht Lidl nicht öffentlich. Das ist in der Branche üblich, auch andere Handelsketten nennen ihre Zustelldienstleister in der Regel nicht. Die Zuständigkeit wechselt zudem gelegentlich, wenn Lidl den Auftrag neu vergibt.
Diese Zurückhaltung erschwert es, sich bei Problemen direkt an einen Verteiler zu wenden. Merken muss man sich vor allem eines: Lidl ist Auftraggeber, nicht Zusteller, und die Firma vor Ort ist austauschbar. Wie die Branche insgesamt arbeitet, beschreibt der Wikipedia-Artikel zur Prospektverteilung.
Dass ausgerechnet der Prospekt das Aushängeschild eines Discounters ist, hat historische Gründe: Das Geschäftsmodell lebt von wöchentlich wechselnden Aktionen. Wo der Firmenname selbst herkommt, steht in unserem Ratgeber dazu, woher der Name Lidl kommt.
Wer läuft die Runden
Ausgetragen wird von Menschen, für die das ein Nebenjob ist, kein Berufsbild mit eigenem Fuhrpark. Typisch sind:
- Minijobber, die stundenweise oder nach Bezirken bezahlt werden
- Schüler ab 13 Jahren, mit Zustimmung der Eltern und im Rahmen des Jugendarbeitsschutzes
- Rentner oder Personen mit Nebeneinkommen, die feste Bezirke übernehmen
- Subunternehmer, die selbst wieder Zusteller anleiten
Die Bezahlung erfolgt in der Praxis oft nach Stückzahl: pro ausgetragenem Prospekt oder pro Haushalt im Bezirk. An der Rechtslage ändert das nichts. Nach § 1 des Mindestlohngesetzes hat jeder Arbeitnehmer Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn, berechnet auf Basis der tatsächlich gearbeiteten Zeit. Wird eine Runde nach Stück bezahlt, muss sich das rechnerisch trotzdem mit dem Mindestlohn decken, sonst liegt ein Verstoß vor. Das war in der Zustellbranche bereits mehrfach Gegenstand arbeitsrechtlicher Auseinandersetzungen.
Wann der Prospekt kommt
Die Zustellung liegt üblicherweise am Ende einer Woche, meist Donnerstag bis Samstag, für die Angebote der Woche danach. Wer sich zum Wochenwechsel ohnehin mit den aktuellen Aktionen beschäftigt, kann parallel prüfen, ob eine Filiale am jeweiligen Tag überhaupt geöffnet hat, etwa rund um Feiertage wie in unserem Beitrag dazu, ob Lidl an Weihnachten offen hat, oder zum Jahreswechsel bei der Frage, ob Lidl an Silvester offen hat.
Ein fester bundesweiter Zustelltag existiert nicht. Er hängt vom jeweiligen Verteildienst und dessen Tourenplanung ab, weshalb Nachbarorte durchaus an unterschiedlichen Tagen beliefert werden.
Wenn kein Prospekt ankommt
Einen Rechtsanspruch auf Zustellung gibt es nicht. Lidl schuldet niemandem, dass ein Prospekt tatsächlich im Briefkasten landet, ein einzelner ausgelassener Haushalt ist rechtlich folgenlos.
Wer regelmäßig leer ausgeht, kann sich trotzdem melden:
- Über den Kundenservice der zuständigen Filiale, die den Kontakt zum Verteildienst hat
- Über die zentrale Kundenbetreuung von Lidl
- Digital ausweichen: Prospekte stehen auf lidl.de und in der Lidl Plus App, unabhängig von der Papierzustellung
Ein Anruf ändert an der einzelnen Woche meist nichts mehr, kann aber dazu führen, dass ein Haushalt bei künftigen Touren wieder berücksichtigt wird.
Papier oder App
Die Zahl der Papierprospekte geht bundesweit zurück, mehrere Handelsketten haben ihre Zustellung reduziert oder eingestellt. Für Lidl gibt es dazu keine belastbare öffentliche Zahl, eine Aussage, Lidl habe die Papierverteilung eingestellt, lässt sich derzeit nicht belegen.
Wer ohnehin lieber digital blättert, findet dieselben Angebote online. Das lohnt sich vor allem, wenn ein bestimmtes Produkt im Fokus steht, etwa vor einem Kauf wie beim Akkuschrauber, der Heißluftfritteuse oder dem Saugroboter. Fragen zu Kosten und Rückgabe bei einer Onlinebestellung beantwortet unser Beitrag zu den Lidl Versandkosten, zur Garantie der Ratgeber zur Lidl Garantie, zum Umgang mit einer Rücksendung der Beitrag zu Lidl Rücksendungen.