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Lidl Retoure: Rücksendung, Kosten und Fristen

Eine Retoure im Lidl Onlineshop läuft in drei Schritten: Rücksendung im Kundenkonto anmelden, Retourenschein ausdrucken oder das beiliegende Etikett verwenden, Paket beim Paketdienst abgeben. Die Rücksendekosten übernimmt Lidl.

In die Filiale kannst du Onlineware nicht bringen. Onlineshop und Filiale sind getrennte Kreisläufe mit eigener Warenwirtschaft, das Paket geht an ein Retourenzentrum.

Dort entscheidet eine Sichtung, was mit dem Artikel passiert: zurück in den Bestand, an einen Aufbereiter, an einen Restpostenhändler oder in die Verwertung. Vernichtet wird deutlich seltener, als der Ruf der Branche vermuten lässt.

Das Wichtigste in Kürze
  • Anmeldenüber das Kundenkonto oder den Link in der Bestellbestätigung, auch als Gast.
  • KostenLidl übernimmt die Rücksendung, ein Etikett liegt bei oder kommt per Mail.
  • Frist30 Tage im Onlineshop, gesetzlich wären es 14 Tage Widerruf.
  • Filialekeine Rückgabe von Onlineware, das Paket geht ans Retourenzentrum.
  • Wertersatzwer mehr macht als anprobieren oder ausprobieren, zahlt unter Umständen drauf.

So meldest du die Rücksendung an

  • Mit Kundenkonto: Bestellung im Konto öffnen, Artikel auswählen, Rücksendung starten. Der Retourenschein wird danach zum Ausdruck bereitgestellt.
  • Als Gast bestellt: Der Weg führt über den Link in der Bestellbestätigung oder über den Kundenservice. Halte die Bestellnummer bereit, sie ist der Schlüssel zur Bestellung.
  • Etikett: Vielen Lieferungen liegt ein Rücksendeetikett bereits bei. Fehlt es, kommt es per Mail.
  • Abgabe: Paket verschließen, Etikett aufkleben, beim Paketdienst oder in einer Annahmestelle abgeben. Den Einlieferungsbeleg aufheben, bis die Erstattung da ist.
  • Sperrgut: Große Artikel, die per Spedition kamen, gibst du nicht am Paketschalter auf, sie werden abgeholt. Das läuft über den Kundenservice.

Verbindlich ist immer, was in deiner Bestellbestätigung und in der dort verlinkten Widerrufsbelehrung steht. Fristen und Abläufe können sich je nach Artikelart unterscheiden, etwa bei Speditionsware oder digitalen Inhalten.

Frist und Kosten

Die Rückgabefrist im Onlineshop beträgt 30 Tage. Das ist freiwillig, denn gesetzlich vorgeschrieben sind nach § 355 BGB 14 Tage Widerrufsrecht. Die Rücksendung ist kostenlos, obwohl ein Händler die Kosten nach § 357 BGB auf den Kunden abwälzen dürfte, wenn er darüber informiert hat.

Erstattet wird auf das Zahlungsmittel, mit dem du bezahlt hast. Die Gutschrift kommt nicht am Tag des Paketeingangs, sondern nach der Prüfung im Retourenzentrum. Was eine Bestellung insgesamt kostet, steht in unserem Ratgeber zu den Lidl Versandkosten. Ist der Artikel nicht ungewollt, sondern defekt, gilt statt Widerruf die Gewährleistung, siehe Lidl Garantie.

Widerruf und Reklamation sind zwei verschiedene Dinge. Der Widerruf braucht keinen Grund, hat aber eine kurze Frist. Die Gewährleistung braucht einen Mangel, läuft dafür zwei Jahre. Wer ein defektes Gerät nach acht Monaten zurückschickt, sollte deshalb ausdrücklich reklamieren und nicht widerrufen.

Was du selbst in der Hand hast

Wie viel eine Retoure noch wert ist, entscheidest zum Teil du. Nach § 357a BGB schuldest du Wertersatz, wenn der Wertverlust auf einen Umgang zurückgeht, der zur Prüfung der Ware nicht nötig war. Die Faustregel des Gesetzgebers: Was du im Laden dürftest, darfst du auch zu Hause.

  • Kleidung anprobieren: in Ordnung. Etiketten abschneiden und tragen: nicht mehr.
  • Ein Gerät anschließen und ausprobieren: in Ordnung. Montieren, bohren, benutzen: nicht mehr.
  • Originalkarton aufheben, bis die Frist abgelaufen ist. Ohne ihn wird aus A-Ware B-Ware.

Wohin die Rücksendung tatsächlich geht

Das Paket landet nicht wieder im Regal der Filiale, sondern in einem Retourenzentrum. Dort wird es gesichtet und je nach Zustand weitergeschickt.

  • Sichtung: Jeder Artikel wird geprüft. Entscheidend sind Vollständigkeit, Verpackung und Gebrauchsspuren.
  • A-Ware: unbenutzt und originalverpackt. Sie geht zurück in den Bestand und wird normal verkauft.
  • B-Ware: geöffnet, geprüft, kleine Mängel. Sie wird aufbereitet und günstiger abgegeben, oft über spezialisierte Händler.
  • Rest: defekte oder hygienisch heikle Artikel. Sie gehen in Ersatzteilverwertung oder Recycling.

Der Aufwand dahinter ist der Grund, warum kostenlose Rücksendungen für Händler teuer sind. Prüfen, neu verpacken und einlagern kostet bei günstigen Artikeln schnell mehr, als der Artikel noch einbringt.

Belastbare Zahlen dazu, wie viele Retouren Lidl weiterverkauft und wie viele entsorgt werden, veröffentlicht das Unternehmen nicht. Kein Händler in Deutschland tut das freiwillig.

Was das Gesetz zur Vernichtung sagt

Bis 2020 gab es keine Regel, die das Wegwerfen funktionsfähiger Retouren verboten hätte. Seitdem steht in § 23 des Kreislaufwirtschaftsgesetzes die Produktverantwortung, und in Absatz 2 Nummer 11 ausdrücklich eine Obhutspflicht: Wer Erzeugnisse vertreibt, muss auch im Zusammenhang mit deren Rücknahme dafür sorgen, dass ihre Gebrauchstauglichkeit erhalten bleibt und sie nicht zu Abfall werden.

Das ist eine Pflicht mit weichem Rand. Von außen lässt sich kaum überprüfen, ob ein Händler sie einhält, und Zahlen zu vernichteter Ware müssen bislang nicht veröffentlicht werden. Wer liest, ein Discounter vernichte "systematisch" Retouren, sollte deshalb nach der Quelle fragen: In aller Regel gibt es keine.

Für Elektrogeräte gilt zusätzlich § 17 ElektroG. Lebensmittelhändler mit mindestens 800 Quadratmetern Verkaufsfläche, die regelmäßig Elektrogeräte anbieten, müssen Altgeräte zurücknehmen, kleine Geräte sogar ohne Neukauf. Das betrifft die meisten Lidl-Filialen und ist der eine Fall, in dem die Filiale doch der richtige Ort ist.

Kleidung ist der Sonderfall

Textilien haben die höchsten Retourenquoten im Onlinehandel, weil Größen bei jeder Marke anders ausfallen. Gleichzeitig sind sie das, was sich am schlechtesten wieder in den Erstverkauf bringen lässt.

Bei Lidl kommt hinzu, dass die Eigenmarken in Asien gefertigt werden und der Einkaufspreis niedrig ist. Der Aufwand für Prüfung und Neuverpackung steht damit in einem anderen Verhältnis zum Warenwert als bei Markenware. Wie und wo diese Kleidung entsteht, haben wir uns getrennt angesehen: Wer produziert Lidl Kleidung?

Und die Ware, die es nie in den Verkauf schafft?

Neben Retouren gibt es zwei weitere Warenströme, die oft in einen Topf geworfen werden. Erstens Aktionsware, die liegen bleibt: Sie wandert in die Abverkaufskörbe oder an Restpostenhändler. Zweitens Lebensmittel kurz vor dem Mindesthaltbarkeitsdatum: Sie werden reduziert oder an die Tafeln abgegeben.

Beides hat mit Rücksendungen nichts zu tun, wird in Diskussionen aber gern vermischt. Wer die Wege des Discounters wirklich verstehen will, findet auch bei der Frage, wer die Backstationen beliefert, mehr Logistik als Handwerk.

Häufige Fragen

Wie funktioniert eine Lidl Retoure?

Rücksendung im Kundenkonto oder über den Link in der Bestellbestätigung anmelden, Retourenschein ausdrucken oder das beiliegende Etikett nutzen, Paket beim Paketdienst abgeben. Die Kosten übernimmt Lidl.

Wie schicke ich zurück, wenn ich als Gast bestellt habe?

Über den Link in der Bestellbestätigung oder über den Kundenservice. Die Bestellnummer ist dabei der Schlüssel, ein Kundenkonto brauchst du dafür nicht.

Was kostet die Rücksendung bei Lidl?

Nichts, Lidl übernimmt die Rücksendekosten. Rechtlich wäre auch etwas anderes zulässig, denn nach § 357 BGB darf ein Händler diese Kosten dem Kunden auferlegen, wenn er darüber informiert hat.

Wie lange habe ich Zeit für die Rücksendung?

Im Onlineshop 30 Tage, das ist mehr als die gesetzlichen 14 Tage Widerrufsfrist aus § 355 BGB. Verbindlich ist die Angabe in deiner Bestellbestätigung, bei einzelnen Artikelarten kann sie abweichen.

Kann ich Onlineware in einer Lidl-Filiale zurückgeben?

Nein, dafür ist der Rückversand vorgesehen. Onlineshop und Filiale sind getrennte Kreisläufe mit eigener Warenwirtschaft. Ausnahme sind Altgeräte nach dem ElektroG, die nimmt die Filiale unabhängig vom Kauf zurück.

Wohin gehen Lidl Rücksendungen?

An ein zentrales Retourenzentrum. Dort wird jeder Artikel gesichtet und je nach Zustand wieder verkauft, aufbereitet, an Restpostenhändler abgegeben oder verwertet. Veröffentlichte Zahlen zum Verhältnis gibt es nicht.

Was passiert, wenn ich die Ware benutzt habe?

Der Widerruf bleibt möglich, aber du schuldest Wertersatz für den Wertverlust. Prüfen ist erlaubt, benutzen nicht. Maßstab ist, was im Ladengeschäft möglich gewesen wäre.

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