Ein großer Teil kommt aus dem eigenen Konzern. Die Schwarz Produktion gehört wie Lidl zur Schwarz Gruppe und stellt Backwaren her, die es ausschließlich bei Lidl gibt. Dazu kommen externe Großbäckereien als Lieferanten.
Wichtiger als der Name des Lieferanten ist aber das Verfahren: In der Filiale wird nicht gebacken im Sinne von Teig herstellen, sondern aufgebacken. Angeliefert werden tiefgekühlte Rohlinge.
Deshalb riecht es morgens nach Bäckerei, obwohl kein Bäcker im Haus ist. Und deshalb ist die Ware um sieben Uhr besser als um achtzehn Uhr.
- KonzerneigenDie Schwarz Produktion beliefert Lidl mit Eigenmarken, auch bei Backwaren.
- ExternGroßbäckereien liefern zusätzlich, meist als Tiefkühlrohling.
- VerfahrenAufbacken in der Filiale, nicht Teigherstellung.
- Frischemehrere Backvorgänge am Tag, der erste liegt vor der Öffnung.
- SonntagBackwaren sind einer der wenigen Bereiche mit gesetzlicher Ausnahme.
Wer tatsächlich hinter dem Brot steht
Lidl ist ein Händler, kein Produzent. Für Eigenmarken heißt das: Es gibt immer einen Hersteller, er steht nur selten sichtbar auf der Verpackung. Bei Backwaren sind es im Wesentlichen zwei Gruppen.
- Schwarz Produktion: Die konzerneigene Produktionssparte der Schwarz Gruppe stellt Lebensmittel ausschließlich für die eigenen Vertriebslinien her. Dass sie zum selben Konzern gehört wie Lidl und Kaufland, ist im Wikipedia-Artikel zur Schwarz Gruppe dokumentiert.
- Externe Großbäckereien: Industriell arbeitende Betriebe, die Rohlinge produzieren, schockfrosten und an die Logistikzentren liefern. Welche das im Einzelnen sind, veröffentlicht Lidl nicht.
Die Filiale bekommt daraus keine fertigen Brötchen, sondern Paletten mit Tiefkühlware. Der Backofen im Verkaufsraum ist die letzte Station einer Kette, die Wochen vorher begonnen hat.
Warum das Aufbacken kein Trick ist
"Aufbackware" klingt nach Abwertung, beschreibt aber nur eine Arbeitsteilung. Der Teig wird industriell hergestellt, geformt, teilweise vorgebacken und dann eingefroren. Das Backen im Laden ist der letzte Schritt, den früher der Bäcker in derselben Nacht erledigt hat.
Der praktische Unterschied liegt woanders:
- Zeitpunkt: Was gerade aus dem Ofen kommt, ist gut. Was seit Stunden im Regal liegt, wird zäh, weil Aufbackware schneller altbacken wird als klassisch geführtes Brot.
- Sorte: Weizenbrötchen vertragen das Verfahren gut, Roggenbrote mit langer Teigführung weniger.
- Nachschub: In größeren Filialen wird mehrfach am Tag gebacken, in kleinen oft nur morgens.
- Backt Lidl selbst?
- In der Filiale wird aufgebacken, hergestellt wird der Teig woanders.
- Kommt alles aus dem Konzern?
- Nein, die Schwarz Produktion liefert einen Teil, externe Großbäckereien den Rest.
- Wann ist es am besten?
- Direkt nach einem Backvorgang, in der Regel vor der Öffnung und am frühen Nachmittag.
Der rechtliche Sonderfall Sonntag
Backwaren sind einer der wenigen Bereiche, in denen der Gesetzgeber am Sonntag eine Ausnahme macht. Nach § 3 des Ladenschlussgesetzes dürfen Verkaufsstellen für Bäckerwaren an Sonn- und Feiertagen für eine begrenzte Zeit öffnen.
Für eine normale Lidl-Filiale hilft das nicht, denn die Ausnahme gilt der Verkaufsstelle, nicht dem Sortiment. Ein Discounter, der neben Brötchen auch Waschmittel und Fernseher führt, fällt nicht darunter. Was an Feiertagen wirklich geht, steht in unseren Übersichten dazu, ob Lidl an Weihnachten offen hat und ob Lidl an Silvester geöffnet ist.
Was das für den Einkauf heißt
Wer Brot beim Discounter kauft, kauft ein industriell hergestelltes Produkt zu einem Preis, den keine Handwerksbäckerei halten kann. Das ist eine legitime Entscheidung, solange man weiß, was man bekommt.
Drei Punkte helfen im Alltag:
- Vormittags kaufen, nicht abends. Der Unterschied ist bei Aufbackware größer als bei Handwerksbrot.
- Reste einfrieren, statt sie liegen zu lassen. Aufgebackene Ware verträgt das gut.
- Bei Aktionswochen mit Backwaren aus dem Kühlregal auf das Herstellerkürzel im Kleingedruckten achten, dort steht oft der eigentliche Produzent.
Dieselbe Logik gilt für fast alles im Sortiment: Der Name auf der Packung ist eine Lidl-Marke, gefertigt wird woanders. Bei Kleidung haben wir das ausführlich aufgeschrieben, siehe wer Lidl Kleidung produziert. Woher der Firmenname selbst kommt, steht in unserem Ratgeber zur Herkunft des Namens Lidl.
Bei Technik ist die Kette ähnlich, dort steckt hinter Parkside oder SilverCrest ebenfalls ein Auftragsfertiger. Für Bestellungen im Onlineshop lohnt vorab der Blick auf die Lidl Versandkosten, und was bei einem Defekt gilt, steht im Ratgeber zur Lidl Garantie.