Der SilverCrest Smart Tag Finder ist Lidls Antwort auf den Apple AirTag: ein münzgroßer Bluetooth-Anhänger für Schlüsselbund, Rucksack oder Fahrradsattel, zuletzt im Set aus drei Stück für 12,99 Euro im Aktionsverkauf.
Die wichtigste Frage steht aber vor dem Preis: Welches Ortungsnetz steckt dahinter? Ein einzelner Tracker piept nur in der eigenen Bluetooth-Reichweite von wenigen Metern. Erst ein großes Netz aus fremden Smartphones, die den Tag im Vorbeigehen anonym melden, macht daraus ein Gerät, das auch am anderen Ende der Stadt noch etwas findet.
Dazu kommt eine zweite Frage, die bei jedem Tracker mitgedacht werden muss: Was passiert, wenn nicht du etwas suchst, sondern jemand anderes dir heimlich einen Tag zusteckt, um dich zu verfolgen?
Wir haben uns die Bedienungsanleitung des SSTF A1, das Ortungsnetz dahinter und die Alternativen in derselben Preisklasse angesehen.
Was der SilverCrest Smart Tag Finder technisch ist
Offiziell heißt das Gerät SILVERCREST Smart Tag Finder SSTF A1 (IAN 463197). Daneben verkauft Lidl unter derselben Technik auch ein Dreier-Set mit eigener Bezeichnung, Smart Tag Set SSTS3 A1 (IAN 502773). Beide laufen auf demselben Chip und demselben Netzwerk, zuletzt ging der Tracker im Handel nur noch als Set aus drei Stück über den Tisch, einzeln war er im Laden nicht zu bekommen. Technisch ist ein Smart Tag ein kleiner Bluetooth-Sender ohne eigenes GPS. Er selbst weiß also nicht, wo er ist. Was ihn nützlich macht, ist ausschließlich das Netz drumherum: Läuft ein fremdes Smartphone mit passender App in Bluetooth-Reichweite vorbei, meldet es anonym und verschlüsselt die Position an den Besitzer. Beim SilverCrest ist dieses Netz Apples „Wo ist?"-System, dasselbe, in dem auch der Apple AirTag hängt. Ein Android-Handy zählt für dieses Netz schlicht nicht mit, weil Google „Mein Gerät finden" komplett getrennt läuft. Das erklärt auch, warum der SilverCrest nur in der Verpackungsangabe „kompatibel mit Apple" auftaucht und keine Android-Variante existiert, anders als etwa bei Marken, die zwei Versionen desselben Tags anbieten. Wer ein Android-Handy nutzt, bekommt von der ganzen Netzwerk-Logik nichts mit, der Tag bleibt für ihn ein stummes Stück Plastik. Praktisch ist das Gerät für Dinge gedacht, die öfter verlegt werden oder gestohlen werden könnten: der Schlüsselbund, der Rucksack, aber auch größere Sachen aus dem Lidl-Aktionssortiment wie ein Lidl E-Bike oder ein Lidl E-Scooter, die draußen abgestellt werden und ein beliebtes Ziel für Diebstahl sind. Genau dort zeigt sich der Unterschied zwischen einem großen und einem kleinen Ortungsnetz am deutlichsten: Je mehr fremde Geräte im Umlauf sind, desto eher taucht der Tag irgendwo in der Stadt wieder auf. Auch im Haus lässt sich der Tag sinnvoll einsetzen, etwa am Werkzeugkoffer neben dem Lidl Akkuschrauber oder an der Tasche mit der Lidl Küchenmaschine, wenn die regelmäßig zwischen Küche und Keller wandert. Nur ersetzt der Tag dabei keine Alarmanlage, er hilft ausschließlich beim Wiederfinden, nicht beim Verhindern eines Diebstahls.
Die Bewertung im Einzelnen
Vorteile und Nachteile
Spricht dafür
- Günstiger Einstieg ins Apple-Ortungsnetz, drei Tags für 12,99 Euro
- Batterie ist eine gewöhnliche CR2032 und selbst wechselbar
- IPX5-Schutz reicht für Regen und Spritzwasser unterwegs
Spricht dagegen
- Funktioniert nur mit Apple-Geräten, für Android-Nutzer nutzlos
- Kein Ultrabreitband-Chip, deshalb keine zielgenaue Richtungsanzeige auf kurze Distanz
- Aktionsartikel, im Handel nicht dauerhaft nachkaufbar
- Nur als Dreier-Set erhältlich, kein Einzelkauf möglich
- Keine Angabe zur Lautstärke des Signaltons in der Anleitung, ob er sich im Straßenlärm durchsetzt bleibt offen
Die drei Schwächen und was sie löst
Auch bei einem 4-Euro-Tracker lassen sich die größten Schwächen mit Geld lösen. Welche davon zählt, hängt vom eigenen Smartphone und vom Einsatzzweck ab.
Schwäche 1: kein Android. Wer kein iPhone besitzt, bekommt von Apples „Wo ist?"-Netz nichts mit, der Tag bleibt stumm. Das lässt sich nicht per Software nachrüsten, sondern nur mit einem Tracker aus dem passenden Ökosystem lösen.
Schwäche 2: keine Präzisionssuche. Ohne Ultrabreitband-Chip zeigt der SilverCrest nur an, dass der Tag „in der Nähe" ist, nicht aus welcher Richtung und wie weit. Auf den letzten Metern, etwa unter dem Sofa oder im vollen Rucksack, macht das einen echten Unterschied.
Schwäche 3: kein Einzelkauf, keine Nachlieferung. Wer einen vierten oder fünften Tag braucht, oder wenn einer verloren geht, steht ohne die nächste Lidl-Aktion ohne Nachschub da. Bei Aktionsware ist das die Regel, nicht die Ausnahme, ähnlich wie bei anderen Lidl-Technikartikeln, etwa dem Lidl Fernseher, der ebenfalls nur zeitweise im Sortiment steht.
Alternativen zum SilverCrest Smart Tag Finder
Worauf du beim Kauf achten solltest
Die einzige Entscheidung, die wirklich zählt, ist nicht der Preis, sondern das Betriebssystem im eigenen Handy. Ein Tracker fürs falsche Ökosystem ist nutzloser Elektroschrott, egal wie günstig er war. iPhone bedeutet Apple Find My, Android bedeutet je nach Hersteller entweder Google „Mein Gerät finden" oder ein herstellereigenes Netz wie bei Samsung.
Danach zählt die Größe des Netzwerks mehr als jedes technische Detail. Ein Tag findet nur das, was ein fremdes Gerät zufällig meldet, deshalb sind die großen Ökosysteme von Apple und Google im Vorteil gegenüber kleineren Anbietern wie Tile, die auf ihre eigene, kleinere Nutzerbasis angewiesen sind.
Wichtig ist außerdem der Missbrauchsschutz. Sowohl Apples als auch Googles Netzwerk warnen iPhone- beziehungsweise Android-Nutzer inzwischen automatisch, wenn ein fremder Tag über längere Zeit mitreist, um Stalking über untergeschobene Tracker zu erschweren. Bei einem Gerät ohne großes Netzwerk im Hintergrund entfällt dieser Schutz weitgehend, weil es die entsprechende Infrastruktur gar nicht gibt.
Zum Schluss die Kleinigkeiten: eine wechselbare Batterie wie die CR2032 beim SilverCrest spart auf Dauer Geld gegenüber fest verbauten Akkus, und ein IPX5-Schutz reicht für Regen am Fahrrad, aber nicht für ein Bad im Pool. Wer ohnehin gerade Technik aus dem Aktionssortiment vergleicht, findet ähnliche Abwägungen beim Lidl Saugroboter, dem Lidl Staubsauger oder der Lidl Klimaanlage: günstiger Einstiegspreis, dafür Kompromisse bei Ausstattung und Verfügbarkeit.
Häufige Fragen
Was kostet der SilverCrest Smart Tag Finder?
Zuletzt verkaufte Lidl das Set aus drei Tags für 12,99 Euro im Aktionsverkauf, umgerechnet 4,33 Euro pro Stück. Einzeln war der Tag im Laden nicht erhältlich.Funktioniert der SilverCrest Smart Tag Finder mit Android?
Nein. Der Tag läuft ausschließlich über Apples „Wo ist?"-Netzwerk und braucht ein Apple-Gerät mit iOS 14,5 oder höher. Mit einem Android-Handy lässt er sich weder einrichten noch orten.Wie lange hält die Batterie?
Laut Lidl-Angabe rund acht Monate. Verbaut ist eine handelsübliche CR2032-Knopfzelle, die sich selbst tauschen lässt, das Gerät muss dafür nicht entsorgt werden.Kann der SilverCrest genau anzeigen, wo sich ein Gegenstand befindet?
Nur eingeschränkt. Ohne Ultrabreitband-Chip zeigt die App lediglich die grobe Bluetooth-Nähe an, keine exakte Richtung oder Entfernung wie beim Apple AirTag mit Präzisionssuche. Auf den letzten Metern musst du selbst suchen.Ist der SilverCrest Smart Tag Finder wasserdicht?
Laut Anleitung ist er mit aufgesetzter Schutzhülle nach IPX5 geschützt, also gegen Strahlwasser aus allen Richtungen. Für ein dauerhaftes Bad, etwa im Pool, ist das nicht ausgelegt.Wie viele Tags sind im Set enthalten?
Zuletzt wurde das Gerät nur noch als Dreier-Set unter der Bezeichnung Smart Tag Set SSTS3 A1 verkauft. Eine frühere Einzelvariante existierte unter dem Namen Smart Tag Finder SSTF A1, war im aktuellen Verkauf aber nicht mehr einzeln erhältlich.Schützt der Tag davor, selbst heimlich verfolgt zu werden?
Indirekt ja, über Apples systemweite Warnfunktion: iPhones melden automatisch, wenn ein unbekannter Find-My-Tag über längere Zeit mitreist. Das gilt für den SilverCrest genauso wie für einen AirTag, weil beide im selben Netzwerk laufen. Ein Android-Handy erkennt einen Apple-Tag dagegen nicht automatisch.Wie viel Garantie gibt Lidl auf den Smart Tag Finder?
Eine gesicherte Zahl dazu liegt uns nicht vor, sicher ist nur die gesetzliche Gewährleistung von zwei Jahren. Was im Garantiefall grundsätzlich gilt, steht in unserem Überblick zur Lidl Garantie, wie eine Rücksendung abläuft, bei den Lidl Rücksendungen.Lohnt sich der SilverCrest Smart Tag Finder?
SILVERCREST Smart Tag Finder
Für 4,33 Euro pro Tag bekommst du einen funktionierenden Einstieg in Apples Ortungsnetz, mit wechselbarer Batterie und ausreichendem Spritzwasserschutz. Die Rechnung geht aber nur mit einem iPhone auf, ohne Apple-Gerät ist das Set nutzlos. Und selbst mit iPhone fehlt die Präzisionssuche, die den Unterschied macht, wenn der Schlüssel wirklich unter dem Sofa liegt. Wer ohnehin schon Apple-Nutzer ist und nur ein günstiges Set für mehrere Gegenstände sucht, kann zugreifen, sobald die Aktion wieder läuft. Wer Wert auf zielgenaues Suchen und dauerhafte Verfügbarkeit legt, ist mit dem Apple AirTag besser bedient.Spricht dafür
- 12,99 Euro für drei Tags
- Wechselbare CR2032-Batterie
Spricht dagegen
- Nur mit Apple-Geräten nutzbar
- Kein Ultrabreitband für Präzisionssuche
- Kein Einzelkauf, nur im Set
- Kein dauerhafter Verkauf
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